salon friedl          der grüne salon im rottal

raum

Knapp ausserhalb des historischen Stadtzentrums der niederbayerischen Kreisstadt Pfarrkirchen befindet sich der Salon Friedl mit Blick auf Wall und Stadtmauer. Der Laden liegt im Erdgeschoß eines funktionalen Zweckbaus aus den dreißiger Jahren. Farbgestaltung und Zuordnung der Flächen beziehen sich auf den bepflanzten Wall jenseits der Strasse. Das Grün des Parks setzt sich in dessen Höhe im Laden fort. Dieser Dialog zwischen Innen und Aussen verführt zu Kommunikation zwischen Passant und Friseur.

Der enge und unglücklich verbaute Bestand wird entgrenzt durch flächenverbindende Farbe und Raumgränzen auflösendes , horizontal umlaufendes Spiegelband. Im Beeich der Farben Grün und Weiß ist der geometrische Raum diffus, im Bereich des Spiegles wird er gefasst.

Das Raster der Kabel gliedert den Raum beiläufig in Funktionszonen wie Warte-, Wasch- und Schneidebereich, Kassenzone und Bewegungsphasen. Die sich in den Spiegeln und Schaufenstern fast endlos multiplizierenden Lampen sorgen für eine Vergrößerung des empfundenen Raumes um Faktor 6.

 

 

licht

Wie beleuchtet man einen Friseursalon? Überall im Raum muss präzise an Haaren gearbeitet werden  können, also muss das Licht überall sein. Spezielle Blickrichtungen gibt es nicht, Kunden und Friseure sehen nach oben, nach unten und zur Seite, also muss das Licht blendfrei sein. Die Kunden sind im Durchschnitt 45 Minuten mit sich selbst konfrontiert, also muss das Licht ihnen schmeicheln.

In einem Rasterabstand von 1,25 Metern hängen 32 Stromkabel mit verriegelbaren Schutzkontaktsteckdosen von der Decke bis etwa auf Brusthöhe eines im Laden stehenden Menschen herunter.Die Leuchtmittel bestehen aus kugelförmigen Energiesparlampen. Diese hängen nun auf Kopfhöhe  eines im Schneidestuhl sitzenden Kunden und beleuchten dessen Haare und Gesicht weich und vor allem schattenfrei von allen Seiten.

 

Architekten: Peter Bohn, München

Kilian Stauss, München